Wir bekommen einen Hund! – Die ersten Schritte

Veröffentlicht am 16 Januar 2019 Schreibe einen Kommentar

 

Der niedliche Anblick eines Welpen ist verlockend – man möchte ihn am liebsten sofort packen und mitnehmen. Doch die Anschaffung eines Hundes sollte gut überlegt sein, denn es wird deinen Alltag mit Sicherheit verändern. In unserer neuen Serie “Wir bekommen einen Hund!” beschäftigen wir uns in den nächsten Wochen ausgiebig mit dem Thema Welpenkauf und auch Hundetrainerin Lilli Guth hat sich mit dieser Thematik befasst und uns in ihrem Artikel „Partnersuche – Welcher Hund passt zu mir?“ ihre Gedanken dazu mitgeteilt. Ihr findet den Artikel in unserem Kundenmagazin Vet-Concret®
(Ausgabe 2 – Frühling 2018).

 

 

 

Überlegungen vor der Anschaffung

Vor dem Welpenkauf sollte dir zunächst bewusst sein was es heißt, dein Leben mit einem Hund zu teilen. So süß der kleine Welpe ist, auch er wird zu einem stattlichen Hund heranwachsen und hoffentlich viele Jahre dein treuer Wegbegleiter bleiben. Aus diesem Grund solltest du vorher einige Dinge in deinem Umfeld abklären. Zum Beispiel, ob dein Vierbeiner auch wirklich bei allen Familienmitgliedern willkommen ist. Denn Hundehaltung bzw. Welpenerziehung erfordert des Öfteren auch eine gut geplante Zusammenarbeit innerhalb der Familie. Hier ist manchmal der Einsatz aller Beteiligten gefragt. So stehen Spaziergänge (bei jedem Wind und Wetter), Beschäftigung, Pflege und natürlich auch die Extraportion Streicheleinheiten auf der Tagesordnung – ein gegenseitiges Ergänzen ist also immer von Vorteil. Ob als Familie oder alleinstehende Person, bei längerer Abwesenheit wird eine verantwortungsbewusste und vertrauensvolle Person benötigt, die in dieser Zeit auf deinen Kleinen aufpassen kann.

Welpen sollten anfangs nicht all zu lange alleine gelassen werden, denn wenn sie mal nicht schlafen, möchten sie spielen, toben und erkunden. Gerne bringen sie hierbei auch ihre spitzen Milchzähnchen zum Einsatz. Gerade in der Anfangszeit erfordert ein Welpe daher jede Menge Aufmerksamkeit und Geduld, jedoch benötigt er mindestens genauso viel Ruhe und Schlaf damit er das Erlebte verarbeiten kann. Was das Thema Sauberkeit angeht – ein Welpe ist bei der Abholung meist noch nicht vollends stubenrein. Das Sauberkeitstraining nimmt unter Umständen viel Zeit in Anspruch und man benötigt das eine oder andere Mal auch etwas Durchhaltevermögen. Dieses zahlt sich jedoch aus, denn der Welpe versteht in der Regel relativ schnell wo sein Geschäft hingehört und wohin nicht.

 

 

Die anfallenden Kosten

Ein weiteres Thema über das du dir bestenfalls vor dem Welpenkauf Gedanken machen solltest, sind die Kosten. Neben den Anschaffungskosten fallen natürlich auch laufende Kosten an z.B. für das Futter und wenn man möchte auch für Leckerlies, Kauartikel und Spielzeuge. Der Markt bietet hier eine sehr große Auswahl.  Auch für die Grundausstattung können Kosten anfallen, sowie für die Pflege und auch für notwendige Tierarztbesuche. Wenn man nun auch noch Hundehaftpflichtversicherung und Hundesteuer hinzuzählt, kann schnell jährlich ein größerer Betrag zustande kommen. Die Kostenspanne liegt bei ca. 200 € bis 1400 € pro Jahr und ist in diesem Fall durch die vielen Faktoren natürlich groß und immer noch in beide Richtungen variabel. Beim Kostenpunkt Futter, frisst ein Zwergpudel vergleichsweise natürlich nicht so viel wie ein Bernhardiner. Zudem beinhalten auch die Tierarztbesuche leider nicht immer nur reguläre Impfungen, Entwurmungen oder Kontrolluntersuchungen. Dein Hund kann unerwartet erkranken, Behandlungen und Medikamente sprengen dann gerne den für den Tierarzt eingeplanten Kostenrahmen. Auch die Hundehaftpflichtversicherung kann je nach Anbieter und die Steuer innerhalb der Bundesländer und nach Rasse variieren. Eine Aufstellung mit allen üblichen monatlichen bzw. jährlichen Kosten für deinen Welpen sollte dir vorab dabei helfen einen Überblick zu erhalten.

 

 

Das neue Zuhause

Nun stellt sich noch die Frage in welche Umgebung dein Hund einzieht. Sofern du in einer Mietwohnung lebst, solltest du beachten frühzeitig den geplanten tierischen Zuwachs bei deinem Vermieter anzusprechen bzw. um Erlaubnis zu bitten. Denn nicht in jeder Mietwohnung oder Haus ist Hundehaltung erlaubt. Durch eine vom Vermieter unterzeichnete Einverständniserklärung kannst du dir ganz einfach die erlaubte Tierhaltung bestätigen lassen. Überlege gut, ob deine aktuelle Wohnsituation eine Hundehaltung zulässt. Dein Welpe muss sich anfangs häufig lösen, d.h. ca. alle 2 Stunden und nach dem spielen, fressen und schlafen. Ein Platz zum verrichten seines Geschäfts sollte daher bestenfalls nicht all zu weit weg von der Wohnung liegen. Außerdem ist es für deinen Welpen gerade in der Wachstumsphase wichtig, möglichst wenige Treppen zu laufen. Das Knochengerüst sowie auch Gelenke und Muskeln sind noch nicht ausgereift, daher sollte der gesamte Bewegungsapparat nicht überlastet werden. Gegebenenfalls musst du deinen Welpen die erste Zeit die Treppen rauf und runtertragen können. Aber auch im Alter kann tägliches Treppensteigen, beispielsweise zu einer Wohnung im 4. Stock ohne Aufzug, zu Gelenkproblematiken führen. Wäge also ab, ob deine aktuelle Wohnumgebung auch hundetauglich ist. Gerade Welpen und Junghunde haben einen hohen Bewegungsdrang, doch wie viel Bewegung benötigt er eigentlich wirklich? Mehr zu diesem Thema findest du im Blogbeitrag „Bewegungsanspruch junger Hunde“.

 

 

Wo kaufe ich meinen Welpen

Nachdem alle Rahmenbedingungen für deine Fellnase stehen, bleibt nun noch die Frage woher du deinen Welpen beziehst. Züchter? Oder doch eine andere Vermittlungsstelle? Zu dieser Frage gibt es sicherlich viele unterschiedliche Meinungen und Argumente. Letztendlich gibt es hierfür jedoch keine allgemeingültige und richtige Antwort. Ob dein Welpe nun aus dem Tierheim oder Tierschutz, aus privater Hand oder vom Züchter kommt, es sollte in jedem Falle ein seriöser Verkäufer im Hintergrund stehen.  Leider ist die Dunkelziffer im illegalen Welpenhandel immer noch sehr hoch. Daher ist es wichtig besonders bei „Schnäppchenpreisen“ und Verkäufen „aus dem Kofferraum“ hellhörig zu werden. Hier wird meist Profit auf Kosten der Tiere gemacht. Ein seriöser Verkäufer kann dir in einem Beratungsgespräch mehr über den Welpen erzählen. Verschaffe dir einen Überblick über die Haltungssituation – ist die Umgebung sauber und sind alle Tiere in einem gepflegten Zustand und wirken gesund? Eine vorab erstellte Checkliste mit verschiedenen Fragen an den Verkäufern kann dir dabei helfen herauszufinden, ob es sich hierbei um einen seriösen Welpenkauf handelt.

 

 

Rüde oder Hündin

Der richtige Züchter oder die passende Vermittlungsstelle ist gefunden und nun bleibt noch die Frage Rüde oder Hündin? Auch diese Aussage ist ein viel diskutiertes Thema mit ganz unterschiedlichen Meinungen. Oftmals heißt es, dass Rüden als eher schwierig und dominant einzustufen sind. Hündinnen dagegen sollen folgsamer sein. Grundsätzlich übernehmen die Rüden im Rudel Aufgaben wie z.B. die Sicherung des Territoriums durch Markierverhalten oder auch durch Imponierverhalten bei Annäherung potenzieller Konkurrenten. Ranghöhere Rüden sind zudem zuständig für die Verpaarung also Erhaltung des Rudels. Hündinnen hingegen sind für die internen Aufgabenbereiche zuständig. Sprich z.B. für die Austragung und Pflege der Welpen. Bei der Wahl zwischen Rüde oder Hündin sollten definitiv nicht nur die geschlechtsspezifischen Unterschiede mit ins „Entscheidungs-Boot“ genommen werden, sondern auch z.B. die Eigenschaften der Rasse generell oder Einflüsse in der Prägephase. So bringt jedes Tier seinen individuellen Charakter mit – egal ob männlich oder weiblich. Ein erfahrener Tiertrainer kann euch bei der Entscheidung eine gute Hilfe sein.

 

Wir freuen uns auf eure Fragen und Kommentare.

Liebe Grüße,

Ramona

 

 

Wie fandest du diesen Beitrag?
Stichwörter: , , , , , , , , , , , ,

Kategorisiert in: , , , ,

Dieser Artikel wurde verfasst von Ramona Wald

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.