Warum schnurren Katzen?

Veröffentlicht am 14 März 2018 Schreibe einen Kommentar

 

Den meisten Menschen ist es vertraut: Das angenehme Schnurren der Katzen während sie sich um die Beine ihrer Halter schlängeln oder tiefenentspannt auf der Couch liegen.

 

 

Doch warum schnurren Katzen eigentlich?

Das Schnurren ist ein wichtiger Bestandteil der Katzensprache und drückt verschiedene Stimmungen aus. Ohne Zweifel bringen sie hiermit oft ihr Wohlbefinden und ihre Zufriedenheit zum Ausdruck. Doch schnurrende Katzen sind nicht immer auch zufriedene Katzen, denn sie schnurren auch in Angstsituationen oder beispielsweise, wenn sie Schmerzen empfinden.

Wodurch das Schnurren entsteht, ist noch nicht vollends geklärt, doch es gibt mehrere Theorien. Man vermutet zum einen, dass es durch das Vibrieren der Vorhoffalten, der so genannten „falschen Stimmbänder“, beim Ein- und Ausatmen entsteht. Auch könnte es durch Vibration des verknöcherten Zungenbeins ausgelöst werden oder durch rhythmische Impulse der Kehlkopfmuskulatur. In diesem Bereich besteht also noch Forschungsbedarf.

Fest steht jedoch, dass nicht alle Katzen-Gattungen das Schnurren beherrschen. Großkatzen wie Tiger und Löwen beispielsweise können nur beim Ausatmen gewisse Laute ausstoßen. Diese klingen allerdings eher nach einem Knurren und verstummen wieder beim Einatmen. Luchse oder Pumas hingegen beherrschen wie auch unsere Hauskatzen das Schnurren.

 

 

Wegweiser zur Milchbar

Während der Geburt schnurren Katzenmütter um die Schmerzen zu kontrollieren und um sich selbst gleichzeitig zu beruhigen. Ihr Schnurren dient zudem den noch blinden und tauben Kätzchen nach der Geburt auch als Wegweiser zur Nahrungsquelle, dem Gesäuge. Bereits nach wenigen Tagen erlernen Katzen das Schnurren von ihrer Mutter. Das Muttertier schnurrt nun um ihren Kitten zu zeigen, dass alles in Ordnung ist und sie sich in Sicherheit befinden. Schnurren können Katzen erstaunlicherweise neben der Atmung, Essen oder dem Trinken. So tun die kleinen Kätzchen es schnell ihrer Mutter gleich und schnurren ebenfalls während des Säugens.

Katzen unter sich

Katzen kommunizieren auf sehr unterschiedliche Art und Weise miteinander. Dabei nutzen sie nicht nur Körpersprache und Mimik, sondern auch das bekannte Schnurren, Miauen oder ab und an auch ein bestimmendes Fauchen oder Knurren, wobei dies vor allem als Warnung dienen soll. Schnurren kann mehrere Bedeutungen haben, so fordern junge Katzen beispielsweise durch ihr schnurren oftmals zum Spielen auf und höherrangige oder dominante Katzen schnurren um der unterlegenen Katze zu zeigen, dass keine Gefahr von ihr ausgeht. Geschnurrt wird nicht selten auch bei Krankheit oder Schmerzen. Es spendet ihnen Trost und dient zur Beruhigung und Selbstheilung.

 

 

Heilung durch Schnurren

Forscher sind der Meinung, dass Knochenbrüche bei Katzen schneller heilen als bei anderen Säugetieren ­– ihr Schnurren soll hier der Auslöser sein. Beim Schnurren werden niederfrequente Schwingungen (27-44 Hz) erzeugt, welche die Muskulatur vibrieren lassen und somit das Knochenwachstum stimulieren und die Regenerationsfähigkeit erhöhen.

Das Katzenschnurren hat auch positive Auswirkungen auf den Menschen, denn es wirkt auch auf uns beruhigend und entspannend. In Graz wurde, auf der Basis einer belgischen Pilotstudie, eine „Katzenschnurr-Therapie“ entwickelt welche die heilende Wirkung des Schnurrens auf den Menschen übertragen soll. Hierzu wurde ein Gerät entwickelt, das die Vibrationsfrequenz des Schnurrens und das Schnurren selbst simuliert.

Katzenhalter wissen schon lange um die positiven Eigenschaften ihrer Stubentiger. 😉 Und wenn du dir aktuell deinen Lebensraum noch nicht mit einer Samtpfote teilst, genieße einfach den Moment, wenn sich Nachbarskatze mal wieder schnurrend um deine Beine schlängelt. Es ist Balsam für Körper, Geist und Seele!

 

Wir freuen uns auf eure Fragen und Kommentare.

Liebe Grüße,

Ramona

 

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Dieser Artikel wurde verfasst von Ramona Lenz

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