Entscheide dich! Leine, Halsband & Co.

Veröffentlicht am 7 November 2018 1 Kommentar

 

Es gibt sie in den verschiedensten Farben, Materialien und Ausführungen und fast jeder Hundehalter besitzt sie: Leinen, Halsbänder und auch Geschirre. Diese Ausstattung ist unumgänglich, da in vielen Gebieten eine Leinenpflicht herrscht. Ganz grundlegend wird die Hundeleine als Verbindung zwischen Hund und Mensch eingesetzt. Diese wird dabei am Halsband oder am Geschirr mit Hilfe eines Karabiners befestigt und verfügt über einen Haltegriff oder Schlaufe am anderen Ende. Manch ein Vierbeiner benötigt eigentlich eine eigene Garderobe, da seine Ausstattung weit mehr fasst als nur eine Leine, ein Halsband oder ein Geschirr ;-). Als Hundebesitzer hat man eine riesengroße Auswahl, weshalb man sich auch gerne ab und an zu einem vielleicht nicht ganz notwendigen Kauf hinreißen lässt.

 

 

Die Hundeleine – Einsatzgebiete

Die gängigste Hundeleine ist und bleibt wahrscheinlich die Führleine. Diese ist meistens mehrfach verstellbar und somit vielseitig einsetzbar. Die Führleine verfügt dabei an jedem Ende über einen Karabiner. Ebenso sind insgesamt drei Ringe an der Leine angebracht, somit ist ein Verstellen auf verschiedene Längen kinderleicht. Aus diesem Grund lässt sie sich auch beispielsweise während dem Freilauf sehr angenehm über die Schulter tragen, sodass man die Hände frei hat. Führleinen gibt es in verschiedenen Materialien, viele sind jedoch aus Nylon und der Auswahl an Farben und Designs sind keine Grenzen gesetzt. Ob schlicht einfarbig, gemustert oder sogar mit Reflektoren zur besseren Sichtbarkeit im Dunkeln – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Eine Leine gefertigt aus Nylon, wie beispielsweise die Hundeleine von Adelheid, ist sehr strapazierfähig, reißfest und belastbar.

Neben der gängigen Führleine hast du noch die Auswahl zwischen sehr kurzen (Kurzführer) oder auch sehr langen Leinen (Schleppleinen). Die Kurzführer-Leine ermöglicht eine sehr nahe bei Fuß Führung des Hundes. Durch ihre geringe Größe ist diese Leine leicht zu transportieren, jedoch eignet sie sich weniger für längere Spaziergänge bei denen der Hund nicht abgeleint wird. Schleppleinen hingegen sind mit bis zu 20 m sehr lang und können prima zum Training eingesetzt werden. Der Hund hat hiermit trotz des Bindeglieds genügend Freiraum. Oftmals werden Schleppleinen zum Beispiel bei Hunden mit erhöhtem Jagdtrieb oder bei ängstlichen und schreckhaften Hunden eingesetzt um ein Weglaufen zu verhindern. Auch in Gebieten in denen Leinenpflicht herrscht, findet die Schleppleine bei vielen Hundehaltern ihren Einsatz.

 

 

Neben Führleine, Kurzführer und Schleppleine gibt es noch Retrieverleinen, Flexileinen und sogenannte Befreiungsleinen. Bei der Retrieverleine, auch Moxonleine genannt, ist das Halsband in die Leine als Schlaufe integriert. So kann der Hund ganz einfach mit seinem Kopf durch diese Schlaufe schlüpfen. Damit sich diese nicht zu eng zuzieht und den Hund möglicherweise sogar würgt, ist eine Zugbegrenzung wichtig. Da die Leinenform meistens relativ dünn ausfällt, ist sie für Hunde die stark an der Leine ziehen nicht geeignet.

Flexileinen sind sogenannte Rollleinen und sind ebenso in verschiedenen Längen erhältlich. Wie der Name schon sagt, rollt sie sich stets von alleine wieder auf. Die Leine steht dadurch immer unter leichtem Zug. Sie verfügt über einen Bremsknopf der es ebenso ermöglicht, die Leine auf eine bestimmte Länge festzustellen.

Eine Befreiungsleine wird vor allem bei der Jagd eingesetzt. Bei dieser Leinenart ist ebenfalls das Halsband mit der Leine verbunden. Der Unterschied zur Retriever- oder Moxonleine ist ein spezieller Karabinerhaken der sich auch unter Zug öffnen lässt. Das Halsband bleibt dabei an der Leine hängen, denn vor allem bei der Jagd kann ein Halsband gefährlich werden, da die Gefahr besteht, dass der Hund hiermit im Gebüsch hängen bleibt.

Ganz klar, dass man bei diesem großen Angebot an Leinen als möglicherweise frischgebackener Hundehalter das eine oder andere Mal etwas von der Vielfalt erschlagen ist.

 

 

Die Qual der Wahl

Ja, auch bei den Halsbändern gibt es einige Dinge auf die ein Hundehalter achten sollte. Wie auch bei den Hundeleinen stehen verschiedene Materialien, Formen und Farben zur Auswahl. Da die Halsung natürlich an einer empfindlichen Stelle ihren Platz findet, sollte sie unbedingt richtig auf den Hund angepasst sein. Sie sollten sich also an die jeweilige Form des Halses anschmiegen, reißfest und auch bestenfalls leicht zu pflegen sein. Neben unterschiedlichen Materialien wie z.B. Nylon, Leder, Stoff oder auch das lederähnliche Biothane verfügen die Halsbänder auch über verschiedene Verschlüsse. Die sogenannte und weitbekannte Dornschließe, setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einem Dorn und einem beweglichen Bügel. Durch eingestanzte Löcher kann diese Schnalle auf mehrere Größenstufen eingestellt werden und ist bei einem guten Material sehr stabil und einfach zu handhaben. Noch einfacherer anzulegen wäre eine Halsung mit Klickverschluss aus Plastik oder Metall.

Nicht viel anders sieht es bei den Geschirren aus, denn auch hier gibt es eine Menge Auswahl. Neben den verschiedenen Materialen, ähnlich wie bei Leine und Halsbändern, sollte bei Hundegeschirren vor allem auf die verschiedenen Modelle geachtet werden um eine optimale Passform zu erreichen. Hierfür ist es allerdings unabdinglich, dass das Geschirr optimal an den Hund angepasst ist. Es kann jedoch etwas Geduld erfordern bis man das passende Geschirr für den Körperbau seines Hundes gefunden hat. Ein schlecht sitzendes Geschirr kann an den Achseln des Hundes scheuern, wodurch auch die Ellenbogenstellung negativ beeinflusst werden kann. Vorderläufe und Schulterblätter sollten mit einem Geschirr frei beweglich bleiben, sodass der ganze Bewegungsapparat nicht behindert wird.

 

 

Ganz klassisch und meist aus Nylon gefertigt ist das Führgeschirr, auch bekannt als „H-Geschirr“. Bei diesem Geschirr sind die Gurte um Hals und Brustkorb mit einem Steg verbunden, es nimmt dadurch eine H-Form an. Modellvorteil ist die Verstellbarkeit am Hals, Brustkorb und an der Verbindung zwischen Halsgurt und Brustkorbgurt. Die Rückensteg Verbindung ist jedoch meist nicht verstellbar. Sollte dieses Stück zu kurz oder zu lang für den Hunderücken sein, kann das Geschirr nicht optimal angepasst werden.

Ähnlich zu dem Führgeschirr ist das Y-Geschirr. Der Unterschied liegt bei dem besser ausgepolsterten Brustbereich und einem nicht verstellbaren Halsbereich. Wie auch bei dem H-Geschirr sind der untere Bauchsteg sowie die Rumpfgurte verstellbar. Auch bei diesem Geschirr ist ein optimaler Sitz wichtig um volle Beweglichkeit zu erhalten und Scheuerstellen zu vermeiden.

Etwas anders aufgebaut ist das Norwegergeschirr. Es verfügt über einen waagerecht verlaufenden Brustgurt der hinter den Vorderläufen in den Rumpfgurt übergeht. Bei dieser Konstruktion ist ebenfalls nur der Rumpfgurt verstellbar. Der Druck soll hierbei mehr auf die Brust und weg vom empfindlichen Halsbereich des Hundes gelenkt werden. Ebenso wie die Vorgänger ist die Handhabung dieses Geschirres sehr simpel und auch gut als Alternative einzusetzen, denn es benötigt keinen Bauchsteg der zwischen den Vorderbeinen verläuft. Das Sattelgeschirr ist  mit einer breiteren Rückenplatte eine abgewandelte Form des Norwegergeschirres.

Für sehr ängstliche Hunde oder Ausbruchstalente gibt es sogenannte Sicherheitsgeschirre. Diese verfügen über einen zusätzlichen dritten Gurt. Der Rückensteg wurde hierbei verlängert und der weitere Gurt hinter dem Rumpfgurt angebracht. Ein Herauswinden aus dem Geschirr sollte hiermit erschwert werden. Bei sehr speziellen Hunden ist jedoch zur Sicherheit eine Befestigung an einem Halsband sowie am Geschirr empfehlenswert.

 

 

Die Entscheidung

Diese Frage stellen sich so einige Hundehalter und zu diesem Thema gibt es immer wieder diskussionsbedarf. Natürlich ist ein korrekter Sitz beider Optionen sehr wichtig. Bei einem Halsband wirken die Kräfte auf nur eine kleine schmale Fläche ein. Oftmals dort, wo auch Schilddrüse, Kehlkopf, Luftröhre und die Halsgefäße sitzen. Bei einem stark an der Leine ziehenden Hund kann dies auf Dauer natürlich problematisch werden. Bei einem Geschirr hingegen verteilen sich die Kräfte auf die Brustmuskulatur und der Halsbereich bleibt verschont.

Viele Hundehalter besitzen sowohl ein Halsband als auch ein Geschirr und wenden sie je nach Situation und Bedarf an. Wer beispielsweise mit einer Schleppleine arbeiten möchte, sollte diese nur in Zusammenhang mit einem Geschirr nutzen. Die lange Leine ermöglicht dem Hund unter Umständen ihre volle Länge für den einen oder anderen Sprint auszunutzen. Läuft er hierbei mit voller Wucht in die Leine, verteilt ein Geschirr den auftretenden Ruck. Ein Halsband wäre hierbei äußerst ungeeignet. Doch es bringt auch viele Vorteile, denn es ist schnell angelegt und bei einem guten Sitz stört es den Hund kaum. Auch eine bessere Bei-Fuß-Führung ist hiermit möglich.

Ob nun ein Halsband oder ein Geschirr besser ist, sollte jeder Hundehalter für sich selber entscheiden und vor allem darauf achten, was besser zu seinem Hund passt. Doch ohne Zweifel sollte uns Hundehaltern ebenso bewusst sein, dass ein Hund der permanent an der Leine zieht, egal ob er ein Halsband oder ein Geschirr trägt, das „locker an der Leine gehen“ eben noch nicht verinnerlicht hat. Hier bedarf es weit mehr als nur einer guten Auswahl an Ausstattung, denn das Training nimmt eine wichtige Position ein, so zeitaufwendig und anspruchsvoll es auch sein kann.

Wir freuen uns auf eure Fragen und Kommentare.

Liebe Grüße,

Ramona

 

 

 

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Dieser Artikel wurde verfasst von Ramona Lenz

1 Kommentar

  • Pospiech says:

    Liebes Team von Vet Concept,
    vielen Dank für die Weihnachtsüberraschung für Bonja.
    Sie wird jubeln-
    Ihnen alles eine schöne Adventszeit und liebe Grüße.
    Bonja und Familie

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