Gefahr auf der Fensterbank – Giftige Pflanzen

Veröffentlicht am 1 April 2016 13 Kommentare

 

Falls der Verdacht einer Vergiftung besteht, ist in jedem Fall unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen!

Katzen und Hunde knabbern gerne mal das ein oder andere Grünzeug an. Ob im Kampf gegen den bösen, grünen, schattenwerfenden Riesen 😉 oder weil sie es mit gewöhnlichem Gras verwechseln.

Der Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata o. stricta) beispielsweise könnte mit seinen langen sich schlängelnden Blättern schnell mal für ein überdimensionales Grasbüschel gehalten werden. Er ist jedoch leider giftig. Dies gilt unter anderem auch für das allseits beliebte Alpenveilchen, die Birkenfeige, den Drachenbaum, die Yuccapalme, usw.

Einige Pflanzen sollte man also in einem Haushalt mit Tieren möglichst meiden oder unzugänglich aufstellen. Es gibt aber auch viele andere, die unbedenklich euer Zuhause verschönern können. Allerdings solltet ihr auch hier darauf achten, dass eure Vierbeiner nicht die ganze Pflanze kahl fressen. Jedes Tier ist unterschiedlich und es kann durchaus sein, dass gerade deine Katze/dein Hund auf eine bestimmte, eigentlich unbedenkliche Pflanze reagiert.

Doch nicht nur die Pflanze selbst kann zur Gefahr werden. Pflanzenschutzmittel oder auch Düngemittel im Gießwasser bergen ebenso ihre Gefahren. Unterteller mit überschüssigem Gießwasser laden, zu einem Schlückchen zwischendurch geradezu ein. Geschlossene Übertöpfe mit Kunststoffeinsätzen können hier Abhilfe schaffen, denn sie schützen die Pflanze vor dem Ertrinken und das überschüssige Wasser bleibt für eure Haustiere unerreichbar.

Wie erkenne ich giftige Pflanzen?

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Giftig ist nicht gleich giftig und ungiftig nicht gleich ungiftig.

Wie das gemeint ist? Nun ja, was für den einen (Mensch) ungiftig ist, ist für den anderen (Hund/Katze) nicht auch ungiftig und umgekehrt. Ihr solltet also gut recherchieren, bevor ihr den über Generationen weitergegebenen, prunkvollen Geldbaum entsorgt. 😉 Der ist nämlich unbedenklich!

Das Thema ist sehr umfangreich, daher hier einige Fragen die ihr euch bei der Prüfung eurer Zimmer- und Gartenbepflanzung stellen solltet:


Enthält die Pflanze einen weißen oder farbigen Pflanzensaft (Milchsaft)?

Dieser kommt am häufigsten bei Wolfsmilch- (Euphorbiaceae), Maulbeer- (Moraceae) und Mohngewächsen (Papaveraceae) vor und ist oft toxisch. Die im Milchsaft enthaltenen Stoffe, wie z.B.: giftige Alkaloide, hautreizende Harze und organische Säuren können starke Reizungen an Haut und Schleimhäuten (z.B. Rachen, Augen, usw.) verursachen und auch zu Gewebszerstörungen führen. Des Weiteren können Durchfall und Erbrechen auftreten.

Häufige Zimmerpflanzen dieser Arten sind beispielsweise:

Gummibaum (Ficus elastica)
Geigen-Feige (Ficus lyrata)
Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)
Birkenfeige (Ficus benjamina)
Christusdorn (Euphorbia milii)
Viele Sukkulente Arten


Duftet das Pflänzchen zu gut, um wahr zu sein?

Auch Katzen und Hunde lassen sich gerne von wohlriechenden Blüten anziehen. Einige Duftpflanzen enthalten jedoch ebenfalls giftige Alkaloide. Hierbei am häufigsten benannt die Pyrrolizidinalkaloide, von denen etwa die Hälfte eine leberschädigende Wirkung haben. Die beliebtesten Vertreter in unseren Wohnzimmern und auf unseren Balkonen sind:

Orchideen (Orchidaceae)
Vanilleblume (Heliotropium arborescens)


Enthält sie Ätherische Öle?


Das wohl häufigste Vorkommen an Ätherischen Ölen findet man in Kräutern, jedoch nicht alle Kräuter sind böse. Besonders Katzen haben hier das Nachsehen, denn sie haben eine so genannte Glucoronidierungsschwäche. Das bedeutet, dass die Katze ätherische Öle nur in begrenzten Mengen tolerieren kann, ohne das der Körper unnötig belastet wird.

Kräuter wie zum Beispiel:

Kaschmirkatzenminze (Nepeta nervosa)
Currykraut (Helichrysum italicum)
Katzenminze (Nepeta cataria)
Echter Baldrian (Valeriana officinalis)
Lavendel (versch. Sorten)
Melisse (versch. Sorten)
Katzengamander (Teucrium marum)

sind glücklicherweise kein Problem für unsere Stubentiger.


Zwiebel- oder Knollengewächs?


Sie enthalten unter anderem N-Propyldisulfid und Natrium-Propyl-Thiosulfat (Zwiebel) sowie Calciumoxalat, Oxalsäure, Leucoanthocyane und Cucurbitacin (Knollengewächs, Bsp.: Knollenbegonie). Durchfall, Erbrechen, Schädigung der Nieren, Tachykardie, erhöhte Atemfrequenz, Blut im Urin, usw. sind einige der üblen Probleme, welche die Aufnahme von z. B.:

Knollenbegonie (Begonia x tuberhybrida Voss)
Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Hyazinthe(Hyacinthus officinalis)
Krokus(Crocus)
Prachtlilie (Lilium speciosum)
Tulpen (Tulipa)
Narzissen (Narcissus)

verursachen können. Die herkömmliche Speisezwiebel oder auch Knoblauch müssen allerdings schon in erheblichen Mengen, regelmäßig gefüttert werden, um Probleme zu verursachen.

Bei der Fütterung von Knoblauch (ganzer Knoblauch), liegt die toxische Menge bei 5g/kg Körpergewicht/Tag und dies über einen längeren Zeitraum.

Zum Vergleich: Ein Hund mit 35kg müsste also pro Tag min. 175gr. Knoblauch zu sich nehmen, um eine Vergiftung zu erleiden. Bei einem Gewicht von ca. 3gr./ Knoblauchzehe wären das ca. 58 Knoblauchzehen pro Tag!

Trifft einer der genannten Punkte zu, solltet ihr das Gewächs aus der Reichweite eures Haustiers oder gar aus dem Haushalt entfernen, bis ihr sorgfältig geprüft habt, ob es sich wirklich um eine giftige Pflanze handelt.

 

Grünzeug verboten!?

Zum Glück nicht! Es gibt einige schöne Alternativen, die ihr ohne Probleme aufstellen könnt oder mit denen ihr z.B. eurem Stubentiger eine Freude machen könnt. Man sollte jedoch zwischen „unbedenklicher Zimmerpflanze“ und „Futterpflanze“ unterscheiden.

Unbedenkliche Zimmerpflanzen sind z.B.:

Kokospalme (Cocos nucifera)
Mühlenbeckie (Muehlenbeckia complexa)
Wollziest (Stachys byzantina)
Zimmerbambus (Pogonatherum paniceum)
Stiefmütterchen und Hornveilchen
Grünlilie (Chlorophytum comosum)
Frauenhaarfarn (Adiantum capillus-veneris)

shutterstock_218920000_klAls gezielte Futterpflanze kann Katzengras gerne ganzjährig angeboten werden. Testet hier mal verschiedene Sorten, nicht jede Katze mag jedes Gras und auch Hunde haben meist eine Lieblingssorte, die sie sich gezielt aussuchen. Stubentiger freuen sich besonders über eine eigens für sie angelegte Liege- und Knabberwiese!

Wie erkenne ich eine mögliche Vergiftung?

Anzeichen wie Erbrechen, Durchfall, Benommenheit, Speicheln und Hecheln können eine mögliche Vergiftung anzeigen. In jedem Fall gilt es sofort einen Tierarzt aufzusuchen, je schneller desto besser.

Fazit

Man muss also nicht auf einen herrlich duftenden und üppig bepflanzten Garten/Balkon oder eine Grüne Oase in den eigenen vier Wänden verzichten, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Und wie Paracelsus schon sagte:

Alle Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift – allein die Dosis macht, das ein Ding’ kein Gift ist.“

In diesem Sinne: Frohes Pflanzen! 🙂

Liebe Grüße,

Nadine

PS.: Noch mehr Infos und praktische Tipps, findet ihr auf www.katzenpflanzen.de und auf www.tierschutzaktiv.de.

 

 

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Dieser Artikel wurde verfasst von Nadine Avermann

13 Kommentare

  • Avatar Flieflüh says:

    hi, habe über euren Bericht echt mal was zu meckern ! Lese Hund und Katzen aber was ist mit Nagern und vögel die leben auch im Haushalt und wie man weist knabber Sittiche und Papageien auch an grünes !

    • Hallo Flieflüh,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Mit Nagern und Vögeln kennen wir uns nicht so gut aus wie mit Hunden und Katzen. Daher beziehen wir uns bei all unseren Posts eher auf sie. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass viele der Pflanzen die für Hunde und Katzen schädlich sein können auch bei Vögeln und Nagern Probleme verursachen könnten. Aber am besten fragst du da mal deinen Tierarzt, der kann dir mit Sicherheit weiterhelfen. Viele Grüße, Nadine

  • Avatar René Kempf says:

    Ich dachte immer Grünlilie sei giftig für Tiere. Ist das wirklich NICHT so?
    Gruss aus KA
    René

    • Hallo René,
      die Grünlilie gehört zu den unbedenklichen Zimmerpflanzen.
      Da sie allerdings ein wahrer Luftfilter ist, sollte man in belasteten Haushalten (Bei Rauchern oder bei sonstigen Ausdünstungen, wie z.B. nach Renovierungen) die Pflanze nicht direkt zum knabbern anbieten. Sie ist dann zwar nicht hochgiftig kann allerdings unter anderem zu Durchfall führen.
      Manche Katzen geben allerdings, den doch eher harten Blättern, den Vorzug vor dem üblichen Katzengras. Was in unbelasteten Räumen kein Problem ist.
      Ich hoffe das hilft dir weiter!? 🙂
      Viele Grüße, Nadine

      Quelle: http://www.katzen-minze.de

  • Avatar Renate says:

    Sehr Interessanter Bericht, leider kann ich es auch sehr schwer lesen.
    Zu jeder beschriebenen Pflanze ein kleines Bild dazu würde nicht schaden, so musste ich immer nach Googlen wie die Pflanzen ausschauen.
    Dankeschön…….

  • Avatar Stefan Tietz says:

    Habe auch Mobiles Internet auf einem relativ kleinen Huawei Handy, kann alles sehr gut lesen!
    Danke für die Informationen!
    Liebe Grüße auch von meinen Vierbeinern!
    Stefan von der Insel Rügen

  • Avatar Nicole says:

    Es wäre vielleicht toll wenn man zu den Pflanzen auch Bilder hätte. Weil ich z.B muss fast jede Blume nach schauen welche es sind .

  • Avatar Sue says:

    Habt ihr so was tolles Buch für die Tierarztpraxen…zum aushändigen

  • Avatar Sarah de Heij says:

    Sehr interessanter Bericht. Leider aber kaum lesbar für mich (mobile Ansicht). Bitte mal das Layout überprüfen.

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