Bewegungsanspruch junger Hunde

Veröffentlicht am 20 August 2014 15 Kommentare
Bewegung tut gut – Überlastung jedoch nicht!

Junghunde haben einen hohen Bewegungsdrang. Doch wer zu früh zu viel von seinem Schützling fordert, riskiert schnell eine Überlastung des gesamten Bewegungsapparates. So können sich bereits im Welpenalter chronische Erkrankungen entwickeln, die den Hund ein Leben lang körperlich einschränken.

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LAUFEN – EIN ÜBERLEBENSINSTINKT DES HUNDES
Ein Welpe, der auch nach einem langen Spaziergang weiterhin freudig seinem Besitzer nachläuft, ist nicht automatisch ein sehr aktiver, sportlicher Hund. In vielen Fällen handelt es sich um einen Welpen mit ausgeprägtem Überlebensinstinkt. Er muss dem Rudel folgen, Erschöpfung überspielen und nicht alleine zurückbleiben. In der freien Natur würde er sonst schon nach kurzer Zeit verhungern oder Raubtieren zum Opfer fallen.

PRO LEBENSMONAT NICHT LÄNGER ALS 5 MINUTEN AM STÜCK SPAZIEREN GEHEN
Nach dieser Faustregel sollte ein 5 Monate alter Welpe täglich nicht länger als 25 Minuten durchgehend laufen. Dazu kommen natürlich noch viele kleine Bewegungseinheiten, in denen sich der Welpe lösen und frei bewegen darf. In dieser Zeit sollte man den Hund nicht motivieren, sich zu bewegen, sondern ihn selbst entscheiden lassen, was er tun möchte. Dies fördert die Kreativität des Hundes und er lernt frühzeitig, dass er in seinem Zuhause keinen Leistungsdruck hat und nicht immer etwas tun “muss”.

SPRINGEN UND HUNDESPORT ERST IM ERWACHSENENALTER
Hunde sollten bis zu einem Alter von 12 Monaten (große Rasse bis zu 24 Monaten) weder sportlich eingebunden, noch einer großen Alltagsbelastung ausgesetzt werden. Treppensteigen, das Ein- und Aussteigen aus dem Auto oder das Überspringen von Hindernissen, z.B. über liegende Baumstämme im Wald, sollten vermieden werden. Die plötzliche Gewichtsbelastung schadet den noch jungen, nicht ausgereiften Gelenken, Knochen und Muskeln. Auch Wandertouren mit steilen Auf- und Abstiegen, langes Laufen am Fahrrad und auch Ballspiele, bei denen der Hund aus voller Geschwindigkeit plötzlich abbremsen muss, sind zugunsten der Gesunderhaltung Ihres jungen Vierbeiners auf die Erwachsenenzeit zu verschieben.

ÜBERLASTUNG ERKENNEN
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Legt sich der Hund aus dem Spiel heraus plötzlich hin, zeigt eine Lahmheit oder entlastet eine Gliedmaße auffällig, ist Vorsicht geboten. Um Klarheit zu schaffen und Schlimmeres zu verhindern, sollte das Tier umgehend von der behandelnden Praxis untersucht werden.

 

 

BEWEGUNGSPENSUM RICHTIG EINSCHÄTZEN
Doch es ist so einfach viel Spaß mit seinem Hund zu haben, ohne ihn körperlich zu überlasten. Bei einem gemütlichen Picknick am See können Hunde selbst entscheiden, ob sie sich bewegen oder zum Schlafen zu ihren Besitzern legen wollen. Eine schonende Sportart, die Kondition, Muskeln und die Beweglichkeit aufbaut, ist das Schwimmen. Hunde dürfen sich im Wasser so richtig austoben. Jedoch gilt auch hier, den Hund niemals überfordern.

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ADULTE HUNDE
Wenn nun der Zeitpunkt für den Hundesport gekommen ist, bedarf es einer langsamen und schonenden Eingewöhnung. Ob Agility, Flyball, Obedience oder eine der vielen weiteren Hundesportarten, wie bei jedem Sportler gilt: Aufwärmen ist das A und O. Dehnungsübungen, Stretching und leichte Bewegung im Trab sind sinnvoll, um die Muskulatur aufzuwärmen und Überlastungen vorzubeugen.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Sabine Schlömer

15 Kommentare

  • Caramelbonbon says:

    Mein Mischling ist mittlerweile mit 18 Monaten wohl erwachsen und spaziert regelmäßig Rudel. Er versteht sich gut mit den anderen Hunden, aber ein Rüde (2 Jahre alt, old Englisch bulldog) fällt nach 90 Minuten im gemäßigten Tempo, bei 20 Grad vor Erschöpfung fast um. Die beiden etwas jüngeren Rüden (einer wesentlich größer, meiner viel kleiner) und die vierjährige Boxerhündin haben Durst (keine Bange, alle Tiere bekommen zwischendurch Wasser) sonst ist ihnen nichts an zu merken. Der Hund ist nicht übergewichtig, schwerfällig zwar und schnaubt viel. Ein sehr netter Hund und ein guter “Kumpel” im Rudel .

  • Costa says:

    Nun bin ich doch etwas sehr erschrocken… Meine Westie-Hündin ist nun 8 Monate alt und in der Hundeschule wird in der Stunde bereits auch über Hindernisse gesprungen, die doch (da sie die kleinste Rasse ist) für sie etwas hoch sind, wobei es ihr spass macht. Auch auf Mauern (da halte ich sie besonders gut an dem Geschir) läuft sie gerne, nicht zu vergessen, an einem Ball nachspringen (10 – 15 Min.) liebt sie sehr. Nun zu meiner Frage: Soll ich sie bremsen oder noch zuwarten mit dem Hindernislauf? Bin doch etwas verunsichert.

    • Tina Fendel says:

      Hallo Luzia! Vielen Dank für dein in uns gesetztes Vertrauen. Es tut uns leid, wenn dich der Blogbeitrag verunsichert hat.
      Die beschriebene Maximalbelastung je nach Alter des Vierbeiners sollte als Empfehlung gesehen werden. Da aber je nach Art
      oder Veranlagung des Hundes durchaus andere Werte gelten können, empfehlen wir bei Unsicherheiten immer die Absprache
      mit einem Fachmann, wie z.B. dem behandelnden Tierarzt, der deine Fellnase kennt und einschätzen kann. Viele Grüße, Tina

  • Danke für den Hinweis. Diese Faustregel gebe ich auch an meine Welpeneltern immer weiter. Gerade bei den aktiven Rassen ist es sehr wichtig!!

  • Andrea says:

    Hallo Frau Schlömer,
    wir haben einen 12 Monate jungen Havaneser Rüden, der gut an der Leine geht und mit dem wir “vorwärts” kommen. Bei jedem Spaziergang halten wir zwar die Formel Lebensmonat x 5 Minuten ein, sind uns aber nicht sicher, welche Stecke wir mit ihm in den 60 Minuten zurück legen dürfen. Manchmal sind wir gut 3 – 4 Kilometer unterwegs. Ist das noch im Rahmen? Er zeigt auf jeden Fall keine Ermüdungserscheinungen. Vielen Dank für Ihre Rückantwort.

    • Hallo Andrea,

      vielen Dank für deine nette Nachricht.

      Eine Richtlinie, welche Strecke man maximal zurück legen darf, gibt es natürlich nicht. Ich bin mir sicher, dass du mittlerweile ein sehr gutes Gespür dafür entwickelt hast, was man ihm “zumuten” kann und was evtl. doch zu viel ist. Wichtig ist es natürlich, einen Hund langsam an längere Strecken zu gewöhnen. Wie bei uns Menschen, sollte die Einheit langsam gesteigert werden. Da du davon schreibst, dass du dich bisher an die 5-Minuten Regel gehalten hast, ist diese Steigerung auch langsam genug gewesen. Grundsätzlich kann ein Havaneser, der gesund und munter ist, durchaus bei guter Kondition 3 – 4 km laufen.

      Viele Grüße,
      Sabine

  • Sigrid Nolte says:

    Meine CaraMia ist 9 1/2 Wochen alt und seit drei Tagen bei mir. Der Artikel ist sehr hilfreich für mich: ist doch sehr entspannend, dass der Hund auch mal in Ruhe gelassen werden “darf”. Wieviel Neues pro Tag ist denn sinnvoll?
    Schöne Grüße von der Küste von Sigrid

    • Liebe Sigrid,

      es freut mich sehr, dass dir der Artikel weitergeholfen hat.

      Und es ist sogar sehr wichtig, einen kleinen Hund auch mal in Ruhe zu lassen. Denn wie bei kleinen Kindern übernehmen sie sich sehr schnell.

      Die Antwort, wie viel pro Tag, kann man nicht pauschal beantworten. Du wirst sicher sehr schnell ein Gefühl dafür bekommen, wann CaraMia überfordert ist und wann nicht. Wichtig ist es eben, nicht zu viel auf einmal zu machen, da die ganzen vielen Eindrücke ja auch erst einmal verarbeitet werden müssen. Hier gilt, wie bei so vielen, lieber etwas langsamer, als zu überfordern.

      Herzliche Grüße,
      Sabine

  • Christel Graf says:

    Ich habe einen kleinen Hund von 8 Monaten und der Artikel war für mich sehr informativ, danke

  • Dani Verbruggen says:

    Danke für den informativen Artikel! 🙂

  • Eleonore Ragendorfer says:

    Vielen dank für den Artikel, war sehr aufschlussreich!
    LG E. Ragendorfer

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