Achtung Zeckenzeit – Wo lauert die größte Gefahr?

Veröffentlicht am 10 April 2017 3 Kommentare

 

Borreliose und FSME-Virus

Jeder Hundebesitzer muss damit rechnen: Spaziergänge im Grünen ziehen oft Zeckenstiche nach sich. Die lästigen Parasiten tummeln sich sehr gerne in Gräsern und in Sträuchern und klammern sich an Haustiere sowie Menschen. Anders als beim Menschen kann ein Zeckenstich beim Hund jedoch leicht übersehen werden. Durch Zecken übertragene Krankheiten, beispielsweise die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und Borreliose, sind ebenfalls nicht immer leicht zu erkennen.

 

 

Borreliose – Was ist das?

 

Borreliose ist eine Krankheit, die durch bestimmte spiralförmige Bakterien – Borrelien – hervorgerufen wird. Die Krankheit ist auch als Wanderröte oder Lyme-Borreliose bekannt. In Deutschland sind etwa 20% bis 30% aller Zecken Träger dieser Bakterien. 24 Stunden nach Zeckenbiss oder -stich gelangen Borrelien in den Blutkreislauf des Hundes. Viele infizierte Hunde bleiben lange Jahre symptomfrei, da die Infektion nicht immer direkt zur Erkrankung führt. Das natürliche Immunsystem eines Tieres hält die Bakterien in Schach so lange dieses gesund ist. So kann eine „schlafende“ Borreliose-Infektion zu Komplikationen im Zusammenhang mit anderen Krankheiten oder Prädispositionen führen. Man geht davon aus, dass 90% aller Hunde, die regelmäßig Zeckenstichen ausgesetzt sind, Borrelien-Antikörper tragen und somit infiziert wurden. Tierärzte reden hier von einem seropositiven Tier.

Die Krankheit kann in einigen Fällen aber auch erst Monate nach der Infektion durch den Zeckenstich symptomatisch werden. Wichtig: an dieser Stelle können sowohl akute als auch schleichende Anzeichen frühzeitig zu erkennen sein.

Zu den akuten Symptomen der Borreliose gehören

– Hautrötung und Schwellung in der Umgebung des Bisses
– Schmerzen in Muskeln und Gelenken
– Fieber (>39°C), geschwollene Lymphknoten
– Trägheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Durchfall und Erbrechen
– Bei manchen Hunderassen auch Nierenentzündungen (Labrador,
Berner Sennenhund)
 

Häufig verläuft eine Borreliose beim Hund schleichend mit immer wieder auftretenden Schüben. Diese können mehrere Wochen oder auch Monate auseinander liegen. Es kann auch zu schwerwiegenden Symptomen kommen:

 

– Polyarthritis (Entzündung mehrerer Gelenke, oftmals mit Lahmheit verbunden)
– Neurologische Symptome, Myokarditis (Herzmuskelentzündung), schwere Nieren-erkrankung (Glomerulonephritis) und Nierenversagen

Um diesen Krankheitserscheinungen vorzubeugen, helfen folgende präventive Maßnahmen:

1. Den Hund nach dem Spaziergang immer auf Zecken durchsuchen und diese schnell entfernen. Borrelien werden erst 24 Stunden nach dem Stich übertragen.
2. Eine Impfung bietet zusätzlichen Schutz. In Deutschland gibt es in dieser Hinsicht etliche Borreliose-Impfstoffe auf dem Markt. Am Besten sollte man sich beim Tierarzt informieren.
3. Zeckenabwehr effektiv betreiben durch spezielle Abwehrpräparate. Der Markt ist in Sachen Zeckenmittel sehr gut abgedeckt. Hier sollte man bedenken, dass diese Mittel die Zecken jedoch lediglich abschrecken oder fernhalten, eingenistete Zecken jedoch nicht beseitigen.
Was bedeutet FSME? 

FSME steht für Frühsommer-Meningo-Enzephalitis und ist eine Virus-erkrankung, welche durch Zecken übertragen wird. Das FSME-Virus kann Menschen wie Tiere infizieren, beim Hund verläuft die Infektion jedoch häufig symptomlos.

 
Wie kann man FSME bei Hunden diagnostizieren?

FSME kann nur von einem Tierarzt diagnostiziert werden. Ein Verdacht wird meist durch vorausgegangenen Zeckenbefall und typische Symptome ausgesprochen. Typische FSME-Übertragungsgebiete in Deutschland sind Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Thüringen und Brandenburg. Eine sichere Diagnose kann nur über eine Laboruntersuchung bestätigt werden.

 

 

Welche Symptome kann ich zu Hause feststellen?

 

Wer Verdacht auf eine Infektion schöpft oder Zeckenbefall beim Tier bemerkt, sollte auf Symptome achten.

Vom Zeckenstich bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen bei symptomatischen Hunden in der Regel zehn Tage. FSME beginnt dann mit sehr hohem Fieber. Zu den akuten Symptomen von FSME gehören:

– Hohes Fieber (bis über 41°C)
– Verhaltensänderungen: Aggressivität und Teilnahmslosigkeit
– Gangstörungen oder gar Lähmung
– Krämpfe und Krampfanfälle

 

Wenn eines oder mehrere Symptome beim Tier sichtbar werden, sollte man den Tierarzt aufsuchen, da FSME tödlich sein kann oder schwere neurologische Schäden hinterlassen kann.

Wie kann ich meinen Hund vor FSME schützen oder behandeln?

 

Gegen die Viruserkrankung FSME gibt es bis heute keine Medikamente. Jedoch werden vom Tierarzt häufig Präparate eingesetzt, welche die Symptome und Leiden lindern.

Mangels fehlender FSME-Medikamente und eingeschränkter Behandlungsmöglichkeiten ist es wichtig, vorsorglich zu handeln. Hundebesitzer sollten präventiv handeln, Zecken immer entfernen und den Hund im Falle auffälliger Symptome zum Tierarzt bringen.

 

 

Wie kann ich denn eine Zecke selber entfernen?

Wenn eine Zecke gefunden wurde, dann sollte man das Fell an der Stelle zur Seite scheiteln und die Zecke mithilfe einer Pinzette oder Zeckenzange am Kopfansatz anpacken. Das Herausziehen sollte vorsichtig und unter leichter Drehbewegung erfolgen. Es sollte vermieden werden, die Zecke vorerst mit Alkohol zu betäuben, diese könnte nämlich schädliche Substanzen freisetzen. Nie eine Zecke mit den Fingern packen. Der Zeckeninhalt könnte in die Blutbahn gepresst werden oder der Zeckenkopf könnte abreißen und in der Haut steckenbleiben.

 

 

Zeckenprävention. Welche Mittel sollte ich nutzen?

Zur Vorbeugung empfehlen wir das St. Diem’s Anti-Tique Spray, welches helfen kann Zecken, Milben, Flöhe und andere Insekten vom Hund fernzuhalten.

Auch das Vet-Concept Direktspray sowie das Umgebungsspray, welche einmal wöchentlich aufgetragen werden sollten, können Sie präventiv unterstützen einem Parasitenbefall vorzubeugen.

 

Ihr habt noch Fragen oder auch Tipps und Anregungen? Schreibt uns in den Kommentaren!

Wir freuen uns! 🙂

Liebe Grüße,

Nadine

 

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Dieser Artikel wurde verfasst von Nadine Avermann

3 Kommentare

  • Gabi Bresser says:

    Hallo Nadine, ich habe seit 38 Jahren Hunde, aber auch ich wusste einige Sachen noch nicht.
    Der Artikel ist sehr gut und wird hoffentlich vielen Hundebesitzern helfen können.
    Liebe Grüße Gabi

  • Monika says:

    Guten Morgen,
    viele Tieraerzte empfehlen Bravecto. Im Internet wird dieses Medikament als Gift verschrien. Mein Dogo Argentino hat im letzten April eine Tablette fuer Hunde mit mehr als 35 Kilo bekommen, die 3 Monate Schutz bieten sollte. Nach der Einnahme hat er sich am Folgetag erbrochen und war ca. 3 Tage matt, aber bis Oktober hat sich keine Zecke an ihm festgestzt. Ab und an wanderte eine ueber sein weisses Fell und im Oktober hat die erste zugebissen, sich aber nicht vollgesogen. Also von der Wirkung bin ich ueberzeugt. Werden Tierarzeneien denn nicht wie “Menschen-Medikamente” auf ihre Schaedlichkeit hin untersucht und muessen von amtswegen freigegeben werden?
    Einen schoenen Tag wuenscht
    Monika aus Dortmund

    • Guten Morgen Monika,
      vielen Dank für deinen Kommentar zu unserem Beitrag. Über Fragen zu speziellen Medikamenten sprichst du am besten mit deinem Tierarzt oder aber du wendest dich direkt an den Hersteller des Medikaments.
      Liebe Grüße,
      Nadine

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